Carsten Stahl rechnet ab: Dunja Hayali sprachlos

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, die brennen sich ins Gedächtnis ein. Nicht wegen spektakulärer Show-Effekte, sondern wegen einer Zutat, die in der glattgebügelten Medienlandschaft oft fehlt: rohe, ungefilterte Ehrlichkeit. Ein solcher Moment ereignete sich, als Carsten Stahl, Deutschlands bekanntester Anti-Mobbing-Trainer, auf Dunja Hayali traf. Was als routiniertes Gespräch über Gewalt an Schulen begann, entwickelte sich zu einer Generalabrechnung mit einem System,

das seine schwächsten Mitglieder – die Kinder – im Stich lässt.Ein Mann, ein Wort,

ein TraumaCarsten Stahl ist kein Theoretiker, der aus dem Elfenbeinturm doziert. Er ist ein Überlebender. Wenn er spricht, dann bebt der Raum, weil hinter jedem Satz das Gewicht einer persönlichen Hölle liegt. In der Sendung erzählte er, sichtlich bewegt, von seiner eigenen Kindheit. Von dem zehnjährigen Jungen mit den roten Haaren und Sommersprossen, der “ein bisschen kleiner, ein bisschen dicker” war und dafür büßen musste.

Die Geschichte, die er teilte, lässt jedem empathischen Menschen das Blut in den Adern gefrieren: Eine Gruppe von fünf Jungs, die ihn monatelang terrorisierten, ihn in eine drei Meter tiefe Grube warfen und dann auf ihn herabpinkelten. “Was hat das wohl mit meiner Seele gemacht?”, fragte Stahl in die Stille des Studios hinein.Diese Frage richtete sich nicht nur an Hayali, sondern an eine ganze Gesellschaft. Stahl beschrieb den Teufelskreis aus Gewalt, Scham und Einsamkeit. Er sprach von Kindern, die sich nicht mehr trauen, ihren Eltern von den Qualen zu erzählen, weil sie fürchten, alles nur noch schlimmer zu machen. Er sprach von den stillen Signalen – den schlechten Noten, dem Bettnässen, den Bauchschmerzen –, die von überlasteten Eltern und ignoranten Lehrern viel zu oft übersehen werden.

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Der Clash der Welten: Realität trifft auf “Haltung”Während Stahl mit Herzblut und Wut im Bauch für die Opfer kämpfte, wirkte Dunja Hayali in dieser Konstellation wie die Verkörperung jenes Establishments, das Stahl so scharf kritisiert. Ihre Fragen wirkten oft hilflos, der Versuch, das Gespräch in geordnete, politisch korrekte Bahnen zu lenken (“Wann fängt Mobbing an?”), prallte an der Wucht von Stahls Ausführungen ab.Für viele Beobachter und Kommentatoren symbolisierte dieses Aufeinandertreffen das Grundproblem der aktuellen Debatte: Hier der Mann von der Straße, der die dreckige Realität kennt – dort die Medienvertreterin, die verzweifelt versucht, das Bild einer funktionierenden Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Der Vorwurf, der im Raum stand und auch vom Kommentator des Videos aufgegriffen wurde, wiegt schwer: Hayali und ihre Kollegen würden das Thema “bagatellisieren”. Sie würden versuchen, die Schuld von der Politik wegzuschieben, statt die Verantwortlichen beim Namen zu nennen.

Schule als Ort der Indoktrination?Doch die Kritik geht tiefer als nur bis zum Thema Mobbing. Das Video und die Reaktionen darauf offenbaren einen tiefen Riss im Vertrauen der Bürger in das staatliche Bildungssystem. Der Vorwurf lautet: Während Schulen versagen, wenn es darum geht, Kinder vor physischer und psychischer Gewalt zu schützen, sind sie weltmeisterlich darin, ideologische Agenden voranzutreiben.Kritiker bemängeln, dass der Lehrplan zunehmend von politischen Themen dominiert werde. “Anti-AfD-Unterricht” und frühsexualisierte Aufklärungsprogramme, die von besorgten Eltern als “pervers” empfunden werden, stünden auf der Tagesordnung, während die Vermittlung von Basiswissen auf der Strecke bleibe. “Was habe ich im Matheunterricht eigentlich gelernt?”, fragen sich viele, die auf ihre Schulzeit zurückblicken. Die Schule, so die bittere Bilanz, sei oft mehr damit beschäftigt, “Haltung” zu vermitteln, als Wissen oder Schutz zu bieten.Stahls Satz “Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler” wurde in diesem Kontext zur Metapher für ein System, das an den Bedürfnissen der Kinder völlig vorbeiläuft. Man will sie “entertainen”, man will sie formen, aber man sieht sie nicht mehr als das, was sie sind: schutzbedürftige Wesen, deren Würde – wie Stahl unter Verweis auf das Grundgesetz betonte – unantastbar sein sollte.

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Das Schweigen der Lämmer – und der WölfeEin besonders brisanter Punkt in Stahls Analyse war die Rolle der “Zuschauer”. Mobbing funktioniert nur, weil die Mehrheit wegschaut. “Wegschauen ist mitschuldig”, stellte er klar. Doch dieses Wegschauen ist längst nicht mehr nur ein Phänomen auf dem Pausenhof. Es hat sich in die gesamte Gesellschaft gefressen.Der Video-Kommentar zieht hier eine gewagte, aber diskussionswürdige Parallele zur aktuellen politischen Kultur in Deutschland. Die Gruppendynamik, die auf dem Schulhof dazu führt, dass alle auf den Außenseiter eintreten, finde sich heute im großen Stil in der politischen Auseinandersetzung wieder. Wer nicht die “richtige” Meinung hat, wird ausgegrenzt, diffamiert und gesellschaftlich isoliert. Ob “Omas gegen Rechts” oder aggressive Antifa-Gruppen – die Mechanismen der Ausgrenzung seien dieselben wie bei den Schulhoftätern. “Die Antifaschisten von heutzutage sind die Faschisten”, so die provokante These, die den Nerv vieler Zuschauer trifft, die sich von der aktuellen Debattenkultur abgestoßen fühlen.Ein System am AbgrundWas bleibt nach diesem Auftritt? Die Erkenntnis, dass Carsten Stahl recht hat. Wir haben ein massives Problem. Jeden zweiten Tag nimmt sich in Deutschland ein Kind das Leben. Cybermobbing hetzt junge Menschen in den Tod, während die Politik Arbeitskreise bildet und Broschüren druckt. Die “Bagatellisierung”, die Stahl anprangert, ist kein Versehen, sie ist Systemschutz. Denn würde man das Ausmaß des Scheiterns wirklich anerkennen, müsste man das gesamte Bildungssystem und die gesellschaftlichen Prioritäten radikal hinterfragen.

Stahl:hart gegen Mobbing": Neue TV-Serie für Carsten Stahl!

Dass Carsten Stahl – wie der Titel des Videos suggeriert – nach diesem Auftritt “nie wieder eingeladen” wurde, passt ins Bild. Wer zu laut die Wahrheit sagt, wer den Finger zu tief in die Wunde legt, der stört den Frieden im öffentlich-rechtlichen Wohnzimmer. Doch die Wahrheit lässt sich nicht dauerhaft aussperren. Die Wut der Eltern wächst, die Verzweiflung der Kinder schreit zum Himmel. Es ist Zeit, nicht mehr wegzuschauen. Es ist Zeit, zuzuhören – auch wenn es wehtut. Danke, Carsten Stahl, für diesen Mut.

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