„Du bist ein verblendeter Egoist“ – Der TV-Eklat des Jahrzehnts: Markus Lanz wirft Stefan Raab aus der Show und verliert sein Publikum
Es sollte das große TV-Comeback-Gespräch werden, auf das Deutschland gewartet hatte. Stefan Raab, der unbestrittene König der Abendunterhaltung, zu Gast bei Markus Lanz, dem Meister des kritischen Nachfragens. Doch was sich in der vergangenen Nacht im ZDF-Studio abspielte, hatte nichts mit Unterhaltung zu tun. Es war ein 25-minütiges Psychoduell, das in einem beispiellosen Eklat endete und die Frage aufwirft: Wie weit darf ein Moderator gehen, um seine eigene Macht zu demonstrieren?
Die Sendung begann bereits unterkühlt. Statt einer warmen Begrüßung gab es von Markus Lanz nur ein knappes Nicken und ein Lächeln, das seine Augen nicht erreichte. Stefan Raab, professionell wie eh und je, bedankte sich für die Einladung, doch die Falle war längst gestellt. Lanz hatte offensichtlich nicht vor, über Raabs neue Projekte zu sprechen. Er wollte Blut sehen.
Der Angriff auf die Legende
Schon nach wenigen Minuten feuerte Lanz die erste Breitseite ab. Er stichelte gegen Raabs neue Show und bezeichnete die Einschaltquoten von über drei Millionen Zuschauern höhnisch als „niedlich“. „Zu meiner besten Zeit hätte ich das als Flop bezeichnet“, ätzte der Moderator. Raab, der sichtlich versuchte, die Fassung zu wahren, konterte ruhig: „Jeder hat seine eigene Definition von Erfolg.“
Doch Lanz ließ nicht locker. Mit einer Arroganz, die selbst für seine Verhältnisse neue Maßstäbe setzte, griff er Raab persönlich an. Er nannte ihn „irrelevant“, „zu alt“ und „festgefahren“. Er zitierte angeblich anonyme Brancheninsider, um Raab als schwierigen Egomanen darzustellen. „Die Leute scheinen dich langsam zu vergessen“, behauptete Lanz mit einem spöttischen Unterton.

Stefan Raab, der Mann, der jahrelang selbst austeilte, zeigte an diesem Abend eine beeindruckende Größe. Er ließ sich nicht auf das Niveau seines Gegenübers herab. „Ich bin nicht hier, um mich von dir beleidigen zu lassen“, stellte er klar. Doch für Lanz war das nur eine Einladung, noch härter nachzutreten. „Ich stelle nur Fragen, Stefan. Kannst du keine ehrlichen Fragen vertragen?“
Das Blatt wendet sich
Der Wendepunkt kam, als Raab den Spieß umdrehte. Er durchschaute Lanz‘ Taktik und benannte sie offen vor dem Publikum. „Das hier sind keine ehrlichen Fragen. Das hier ist eine billige Nummer, um dich selbst besser dastehen zu lassen“, sagte Raab. Er warf Lanz vor, seine Gäste wie Kinder zu behandeln und sie nur einzuladen, um sich selbst zu profilieren.
Das Publikum im Studio, das zunächst geschockt geschwiegen hatte, begann zu murmeln. Die Stimmung kippte. Als Lanz Raab vorwarf, ein „verblendeter Egoist“ zu sein, stand Raab auf. „Ich habe Besseres zu tun, als mir von einem arroganten Moderator sagen zu lassen, dass meine Karriere vorbei ist.“
Dann eskalierte die Situation völlig. Markus Lanz, sichtlich getroffen von der Gegenwehr und dem beginnenden Applaus für Raab, verlor die Kontrolle. Er sprang auf, baute sich vor Raab auf und schrie den Satz, der in die TV-Geschichte eingehen wird: „Raus! Raus aus meinem Studio!“
Ein würdevoller Abgang und ein einsamer Moderator
Stefan Raab lächelte nur. „Sehr gerne“, antwortete er. Doch er ging nicht, ohne Lanz eine letzte Wahrheit mitzugeben: „Wenn alle Talkshows so sind wie deine, dann ist das ein Segen, dass ich nicht mehr dabei bin.“
Was dann geschah, hat man im deutschen Fernsehen so noch nicht gesehen. Als Raab das Studio verließ, folgte ihm nicht nur der Blick der Kameras – ihm folgte das Publikum. Zuerst standen einzelne Zuschauer auf, dann ganze Reihen. „Schäm dich, Lanz!“, riefen Stimmen aus dem Off. „Das war Mobbing!“

Markus Lanz blieb zurück. Allein. Umgeben von leeren Stühlen in einem Studio, das plötzlich riesig und kalt wirkte. Seine verzweifelten Versuche, die Situation zu retten („Das ist meine Show!“, „Wir machen weiter!“), verhallten im Nichts. Selbst sein Produktionsleiter musste ihm mitteilen, dass die kommenden Gäste sich weigerten, aufzutreten.
Das bittere Ende
Als die Kameras endlich ausgingen, saß Markus Lanz zusammengesunken auf seinem Stuhl. Ein Kameramann, der ihm das Mikrofon abnahm, fasste den Abend in einem schlichten Satz zusammen: „Sie waren zu hart zu ihm.“
Draußen vor dem Studio wurde Stefan Raab von Fans gefeiert. Er hatte an diesem Abend nicht nur seine Würde verteidigt, sondern auch gezeigt, was wahre Größe ist. Er ließ sich nicht provozieren, er blieb sich treu. Markus Lanz hingegen muss sich nun der wohl härtesten Kritik seiner Karriere stellen. Er wollte einen Gast vorführen und hat dabei sich selbst demontiert.

In 39 Sekunden – so lange dauerte der finale Schlagabtausch – zerstörte Markus Lanz das Vertrauen seines Publikums. Stefan Raab stieg in sein Auto und fuhr als Sieger der Herzen davon. Zurück blieb ein Moderator, der in der Stille seines leeren Studios vielleicht zum ersten Mal begriff, dass Respekt keine Einbahnstraße ist.